AKTUELLES

 

Konferenztag
Sa 11.11.2017
Friedenskirche Lübeck

 

Tagung der GGE
Brennpunkte dynamischer
Erneuerung
24. - 28.01.2018
Dorfweil
Anmeldung

„Das Reich Gottes kommt!“

Das war der Leitgedanke des diesjährigen Südbayerischen Gemeindetages am 29.09.2012 in der EFG München-Perlach. 64 Teilnehmer erlebten diesen in Kooperation mit der Geistlichen Gemeindeerneuerung (GGE) gestalteten Tag. Das Thema lautete: „Das kommende Reich Gottes – seine Bedeutung für unsere gegenwärtige Ethik und Mission“.

Die Band der EFg RosenheimDer Tag begann mit fröhlichem Austausch bei Kaffee und Gebäck. Der erfrischende Lobpreis der Band aus der EFG Rosenheim nahm die Teilnehmer anschließend mit hinein in die Anbetung Gottes und legte so den Grundstein für einen gelungenen Tag. Im darauf folgenden Grußwort der bayerischen ACK-Geschäftsführerin, Dr. Maria Stettner, wurden die Gäste ermutigt, die Einheit in Vielfalt zu erleben und die Impulse dieses Tages mit Angehörigen anderer Konfessionen und Glaubensrichtungen zu teilen.

Wesentlicher Punkt des Tages waren die beiden Referate zum Oberthema. Im ersten Block sprach Pastor i.R. Horst Stricker (Kempten). Er bezeichnete das kommende Reich Gottes als vollendete Welt und damit als Ziel unserer Erde. Diese klare Ausrichtung habe mit  dem Kommen Jesu begonnen. Seither lebten wir „im Vorletzten“, dem Stadium vor der ewigen Vollendung der Welt. Ohne diese Pastor Horst Stricker
Ewigkeitsperspektive müsse die Nachfolge Jesu religiös und humanistisch bleiben. Wir dürften aber darauf vertrauen, dass nicht wir das Paradies zu erschaffen haben, sondern Gott dies vollbringe. Zuvor jedoch, so Stricker, müsse das Alte erschüttert werden und vergehen. In all dem jedoch gelte: „Gott bleibt der Herr!“ In der Zeit bis zur Vollendung der Welt sei es laut Stricker wichtig, wachsam zu bleiben und in ständiger Erwartung der Wiederkunft Christi zu leben. Dazu gehöre es, Gott zu lieben, ihn anzubeten, seinem Wort zu folgen und einen heiligen Lebensstil zu führen. Insbesondere zur Bibellektüre ermutige Stricker ausdrücklich, denn: „Was wir dort entdecken, ist Gold wert!“ Durch diesen Lebensstil würde die Zielrichtung von den vergänglichen, irdischen Werten und Verhältnissen hin auf das himmlische Leben gerichtet. Neben diesem Lebensstil seien Evangelisation sowie das Zeugnis für alle Völker die dringlichsten Anliegen der Endzeit. Dabei warnte Stricker jedoch vor einer zwangsgesteuerten Nachfolge. Die Reich-Gottes-Ethik sei die Kür: „Wir dürfen es lieben, Gott zu dienen.“

Der zweite Lehrblock wurde vom Theologiestudenten Jonathan Walzer (Landshut) gehalten. Walzer erklärte, dass die Wiederkunft Jesu sicher sei, ihr Zeitpunkt aber verborgen bleibe. Christen seien daher nicht zum Ausrechnen und zur Rekonstruktion der künftigen Abläufe, sondern zur Umkehr aufgerufen. Bei aller
2012-09-29sdbayerischer gemeindetag3Zukunfstorientierung sollten Christen dennoch im Heute leben, weil das Reich Gottes bereits mitten unter uns sei. Walzer stellt klar, dass Christsein eine Verantwortung für die Welt bedeute. Gemäß dem Jesus-Wort sollten Christen „In der Welt, nicht von der Welt“ leben. Als Beispiel nannte er den frühen Baptismus in Deutschland, der als  Verknüpfung von Diakonie und Evangelisation begann. In gleicher Weise sollten auch heute Christen in die Welt hineinwirken. Dabei brauche man jedoch keine Angst haben, von der Welt negativ beeinflusst zu werden, denn: „Die Welt hat in Wahrheit Angst vor der Heiligkeit, die wir in uns tragen.“

Wenn wir so nach Gottes Maßstäben lebten, würde es Gott ehren sowie Segen für uns und andere bedeuten. Diese Lebensänderung sei aber die Folge, nicht die Ursache unserer Errettung.

Zuletzt mahnte Walzer zum evangelistischen Lebensstil: „Wenn Jesus heute käme, gingen viele verloren.“ Darum sei die Mission die Hauptaufgabe der Gemeinde. Walzer stellt klar, dass entgegen gegenwärtiger, theologischer Strömungen nicht alle Menschen gerettet würden, weil Gott unseren freien Willen respektiere. Allerdings wollte Gott die Rettung aller und biete sie den Menschen an. Christen sollten sich darum nicht mit ihrer eigenen Errettung zufrieden geben, sondern in die Welt hinein sprechen und Menschen zur Rettung führen.

Nach der Mittagspause, in der die Teilnehmer von den Perlacher Geschwistern gut versorgt wurden, war es Zeit, Fragen sowohl im Plenum als auch in den Kleingruppen zu stellen und das Thema zu vertiefen. Dabei gelang mancher gute Übertrag der Lehre in die eigene Lebens- und Glaubenspraxis. So wurden die inhaltlichen Erkenntnisse des Vormittags gefestigt.

Der Tag klang mit Lobpreis und Segensangebot aus. So konnte jeder Teilnehmer die Impulse des Tages vor Gott verarbeiten und im Gebet festmachen.

Insgesamt war es ein gelungener Tag, der Mut machte, sich hier voll in die Nachfolge Christi und in den Dienst für ihn zu investieren – weil das Reich Gottes kommt.

Philipp Rüdiger, Pastor der EFG Sonthofen