AKTUELLES

 

Tagung der GGE
Brennpunkte dynamischer
Erneuerung
(25.) 26. - 28.01.2018
Dorfweil
Anmeldung

 

Nachfolge Challenge
26. - 28.01.18
EFG Rendsburg

 

Nachfolge Challenge
23. - 25.02.18
EFG Rendsburg

 

Regionaltag Bayern
Evangelisation
Sa 14.04.18
EFG Kempten

Charismatische Bewegung sieht sich vor dem Aufbruch

Rust: 75 Prozent aller Baptistengemeinden sind aufgeschlossen

Walsrode - Etwa 75 Prozent der Baptisten- und Brüdergemeinden im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) sind aufgeschlossen für den Einsatz von besonderen Gaben des Heiligen Geistes (Charismen). Allerdings werden bisher nur in wenigen Gemeinden Prophetie, das Beten in „Zungen“ sowie Heilungs- und Befreiungsdienste praktiziert. Das sagte Baptistenpastor Heinrich Christian Rust (Braunschweig), Sprecher des Leitungskreises der Initiative Geistliche Gemeindeerneuerung im BEFG, bei der charismatisch orientierten „Jesuskonferenz“. Die Tagung fand mit rund 500 Teilnehmern vom 31. August bis 3. September im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (Walsrode) statt.

Laut Rust wird die Anwendung von Geistesgaben in Zukunft eine größere Rolle spielen, da viele Menschen seelisch und körperlich zerbrochen seien und sich sehnten, Gott praktisch zu erfahren. Die charismatische Bewegung stehe daher vor einem Aufbruch.

Erneuerung geschehe allerdings nicht nur durch den Heiligen Geist sondern auch durch das Wort Gottes. Rust: „In vergangenen Zeiten ist die charismatische Bewegung vielfach durch einen Mangel an biblisch fundierter Theologie gescheitert.“ Die charismatische Bewegung sei anfällig für Machtmissbrauch, Hochmut, Gesetzlichkeit aber auch Beliebigkeit. Sie habe sich jedoch als korrekturfähig erwiesen. Peter Wenz, Hauptpastor der Biblischen Glaubensgemeinde Stuttgart, sagte, was Gott in der Bibel mitteile, sei für einen Christen wichtiger als das, was ihm seine Gefühle sagen. Die einzige Quelle, die geistliche Sicherheit gebe, sei die Heilige Schrift. Wenz äußerte zudem die Überzeugung, dass in Deutschland die Zeit kommen werde, „wo an einem Tag Hunderte und Tausende zum Glauben an Jesus kommen werden“. Die Biblische Glaubensgemeinde Stuttgart ist mit 2.500 Mitgliedern die größte charismatische Gemeinde Deutschlands.

Pastor Wolfgang Kopfermann, Gründer und Leiter der evangelikal-charismatischen Anskar-Kirche, sagte, die charismatische Bewegung habe evangelikalen Gemeinden viele Anstöße gegeben. So habe sich ihre Lobpreis- und Anbetungskultur vielerorts durchgesetzt. Während Charismatiker vor 20 Jahren bei vielen Christen noch unter Verdacht gestanden hätten, seien sie heute akzeptiert. Wie Kopfermann ferner sagte, sei das Ausgebrannt sein von Christen  kein Merkmal für große Leistungen sondern für eine falsche Lebenseinstellung. Nach Kopfermanns Auffassung sollten sich Christen weniger mit ihren eigenen Sorgen und Pflichten beschäftigen und dafür mehr mit der Gnade und Freude Gottes. Christen dürften nicht mehr Kraft ausgeben, als sie durch Jesus bekommen. Für Außenstehende sei der christliche Glaube bisweilen auch deshalb so wenig attraktiv, weil viele Christen sich in Beruf, Familie und Gemeinde erschöpften. Sie lebten nicht mehr aus der Gnade und Freude Jesu sondern aus Pflichtgefühl. Sie müssten wieder lernen, „in der Sonne Jesu zu sitzen“. Kleingruppen und Hauskreise sollten nicht nur Gebetsanliegen austauschen sondern mehr über die Freuden des Alltags mit Jesus reden. Zudem sollte das Abendmahl wöchentlich statt – wie in vielen Gemeinden üblich – monatlich gefeiert werden. In der Lobpreiszeit im Gottesdienst sollten nicht nur Sehnsucht, Bitten und Gelöbnisse gegenüber Gott zum Ausdruck gebracht werden sondern vor allem Liebes- und Anbetungslieder gesungen werden.

Pastor Eckhard Schaefer (Bremen), früherer BEFG-Bundesdirektor, sagte, vielen Menschen fehle heute das Sündenbewusstsein. In Fernsehsendungen berichteten Gäste ungehemmt von ihren Fehltritten. Aber nicht das Nachdenken über eigene Vergehen führe zur Sündenerkenntnis sondern das Staunen über Gottes Größe und Jesu Opfer für die Menschen.

Karsten Huhn, idea
(2006-09-04)