AKTUELLES

 

Nachfolge Challenge
27. - 29.10.17
EFG Rendsburg

 

Konferenztag
Sa 11.11.2017
Friedenskirche Lübeck

 

Seminar 
Hörendes Gebet
10. - 11.11.2017
EFG Wetter-Grundschöttel

 

Nachfolge Challenge
24. - 26.11.17
EFG Rendsburg

 

Tagung der GGE
Brennpunkte dynamischer
Erneuerung
(25.) 26. - 28.01.2018
Dorfweil
Anmeldung

 

Nachfolge Challenge
26. - 28.01.18
EFG Rendsburg

 

Nachfolge Challenge
23. - 25.02.18
EFG Rendsburg

 

Regionaltag Bayern
Evangelisation
Sa 14.04.17
EFG Kempten

Barbara Weinert"Wer der Ewigkeit zugeordnet ist, darf sich nicht durch die Zeit hetzen lassen." Helmut Thielicke




Wenn mich jemand fragen würde, was eines der deutlichsten Erkennungszeichen eines erlösten Lebens ist würde ich zur Antwort geben: Gelassenheit – das Fehlen unruhigen Getrieben Seins oder anders gesagt, ein hetzfreies Leben.
 Im Gegensatz dazu findet unser ganzes unerlöstes Menschsein seine geißelnde Speerspitze in der Hetze.

Die Gegenwart – hier liegt unsere einzige Chance wirklich zu leben - der Hetze zum Fraß vorzuwerfen ist ein zentrales Kennzeichen des verlorenen Menschen. Verloren an die Gier des Egos und an den Versuch, einer empfundenen Bedeutungslosigkeit durch Daueraktivität zu entrinnen. Die Konsequenzen sind schleichend aber gewiss. Wurzellosigkeit, Sinnverlust - und eine tiefe Müdigkeit.


Es kann nichts in die Tiefe wachsen; weder eine Beziehung, noch mein Lebenswerk, weder Gottes Eingreifen noch Vertrauen in dieses. Oft wenn Gott handeln oder reden möchte bin ich schon weg - im Gestrüpp des Alltagsgeschäfts verschwunden. Was für eine Gnade ist es, wenn Gott in seiner Barmherzigkeit seinen Finger auf unser getriebenes Herz legt und Stopp sagt – indem wir an schmerzhafte Grenzen stoßen vielleicht oder weil Gottes Geist uns den Irrsinn des Hamsterrades offenlegt. Wie immer dieses Stopp geschieht, da wir eine langsamere Gangart oft nicht gewohnt sind, fühlt es sich an als würden alle Sicherheiten zerbrechen und als weiche das Leben, der Sinn …ja unsere Bedeutung.
Gegen den Augenschein befinden wir uns gerade in diesem Zustand am Tor zur Ruhe Gottes.

Eine oft schon länger geahnte Erkenntnis kann in unser Denken sickern - 
steht hinter meiner Hetze nicht eigentlich tiefes Misstrauen?

  • Misstrauen, dass das was ich bin genügt - also tue ich immer mehr um etwas zu sein.
  • Misstrauen, dass das was ich tue genügt - also tue ich mehr.
  • Misstrauen, dass der Auftrag, den ich im Herzen spüre, genügt - also verzettele ich mich in tausenderlei Allerlei.
  • 
Misstrauen, dass Gott allen alles zum Besten dienen lassen kann - also zerre ich mit missionarischem Eifer am Leben anderer herum.
  • 
Misstrauen, dass Gott die Kontrolle hat - also ruhe ich nie von meiner Verantwortlichkeit.

Das Misstrauen lässt uns in Atemlosigkeit versinken.


Wenn Gottes Geist uns leise oder dramatisch zum Anhalten ermahnt, stehen wir vor der Entscheidung:
Wollen wir weiter ein Leben der "rasenden Wirksamkeit" oder durch das uns manchmal sehr unbekannte Tor zum "Land der Ruhe Gottes"?

Das tiefe Vertrauen in Gottes Ja zu uns ist der Schlüssel zu diesem Tor. Mut zur Selbstbeschränkung und Demut zur Selbstannahme entziehen dann der Hetze jeden Boden – und unser Herz beginnt zu spüren, was Jesus sich dachte als er sagte: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.


Wir sehen dann das Brot in unserer Hand und darin das Geheimnis des Lebens, den Windhauch, der die Herbstblätter lebendig macht und die Liebe Gottes im Gesicht des anderen. Wir spüren die Wärme des Daseins, die Glut des Lebens, den Boden unter unseren Füßen und den freundlichen Blick wie eine innere Berührung. In jedem Atemzug erahnen wir Gottes Geist, der unsere Erdhaftigkeit durchflutet und lebendig macht.


Wie Neugeborene beginnen wir zu lernen, leise und stolpernd, an der Hand des Vaters ertasten wir die geschenkte Zeit auf dem weiten Raum im neuen Land der Ruhe Gottes. Als Erlöste können wir aufatmen und leben.


Ich wünsche uns allen, dass wir das Tor zur Ruhe Gottes entdecken und den Mut haben, es zu öffnen!

Barbara Weinert