AKTUELLES

 

Konferenztag
Sa 11.11.2017
Friedenskirche Lübeck

 

Tagung der GGE
Brennpunkte dynamischer
Erneuerung
24. - 28.01.2018
Dorfweil
Anmeldung

Das Reich Gottes im Alltag bauen
Geistliche Gemeinde-Erneuerung: Jesus nicht auf den Retter reduzieren

Schmitten (idea) – Christen sollten ihren Glauben nicht nur in der Kirche oder Gemeinde leben, sondern Jesus Christus ihr gesamtes Leben unterstellen. Denn Gott wolle alle Lebensbereiche gebrauchen, „um sein Reich zu bauen“. Dazu hat der für das Missionswerk „Jugend mit einer Mission“ tätige Gemeindeberater und Publizist Keith Warrington (Berlin) aufgerufen. Auch Familie und Ehe, Beruf und Nachbarschaft müssen von der Beziehung zu Jesus Christus geprägt sein, sagte Warrington den 160 Teilnehmer der Tagung „Aus der Kraft des Heiligen Geistes leben“ der Geistlichen Gemeindeerneuerung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden vom 27. bis 29. Januar in Schmitten-Dorfweil/Taunus. Es sei falsch, wenn Christen Jesus Christus auf ihren persönlichen Retter reduzierten, der sie in den Himmel bringe. Jesus Christus sei vielmehr „der König des Lebens“ und „König der Welt“, mit dem man in jeder Lebensphase - wie in einer Partnerschaft – rechnen könne und müsse. Er könne auch dann noch Probleme lösen, wenn Menschen mit ihrer Weisheit am Ende seien. Was das praktisch heißt, schilderte Warrington unter anderem am Beispiel eines Ingenieurs. Bei einem technischen Problem sei er nicht weitergekommen. Als er Jesus Christus um Hilfe gebeten habe, habe er schließlich in einer Bibliothek unter Tausenden von Büchern überraschend den einen Band gefunden, mit dessen Hilfe er sein Problem habe lösen können.

Für eine umfassende „Lehre vom Heiligen Geist“ im Gemeindealltag plädierte Pastor Dr. Heinrich Christian Rust (Braunschweig). Sie sei nötig, „um die Wirkungen des Geistes Gottes besser werten und fördern zu können“. Zwar gibt es nach Rusts Worten bei Christen eine gewisse Offenheit für die besonderen Gaben (Charismen) des Heiligen Geistes, „aber es kommt nicht wirklich zu einem aufbauenden Dienst mit den Gaben Gottes“. Der Geist Gottes sei in seinen Wirkungen nicht nur beschränkt auf die Gemeinde Jesu: „Er wirkt auch im Alltag und im Berufsleben – überall da, wo Gottes Reich sich ausbreitet.“ Oft verstehe man den Geist Gottes nur im Sinn einer Energie, aber nicht als eine Person der Trinität Gottes. Darin liege eine folgenschwere Engführung. Der Geist Gottes sei analogielos: „Er ist sowohl Person als auch Energie. Er sorgt sowohl für Stabilität, als auch für Mobilität. Er ist der Beweger und Bewahrer. Der Geist Gottes ist notwendig, damit wir im Studium der biblischen Schriften auch zur Offenbarung und Christuserkenntnis gelangen.“ Das habe Folgen auch für die theologische Ausbildung, meinte Rust. Sie solle in die Anbetung führen und die missionarische Kraft der Gemeinde Jesu stärken: „Wenn sich hingegen das Theologiestudium an einem Wissenschaftsbegriff orientiert, der die transzendente Wirklichkeit ignoriert, wird es zu verhängnisvollen Entwicklungen kommen. Wir brauchen eine radikale Neuorientierung der Theologie, die ausgeht vom Wirken des Heiligen Geistes.“ Nur so könne eine Christologie entfaltet werden, die nicht in einer historischen Verkürzung endet. Rust beklagte in dem Zusammenhang „eine Art pneumatologischen Analphabetismus“. Er enge das Wirken des Heiligen Geistes und damit auch die gesunde Praxis der Geistesgaben ein.

Auf dem Treffen wurde der bisherige GGE-Vorsitzende, Hans-Dieter Sturz (Augustfehn), verabschiedet. Der seit über 17 Jahren in der Baptistengemeinde Augustfehn tätige Theologe und Ingenieur hatte das Ehrenamt seit 2010 inne. Wie Sturz sagte, wird er im Mai die Leitung einer Missionsstation des charismatisch geprägten Missionswerks „Vision für Afrika“ in Uganda übernehmen. Er hatte im Sommer 2011 während eines Urlaubs die Arbeit in Uganda kennengelernt. Wie er der GEMEINDE dazu sagte, habe er damals deutlich gespürt, dass Gott einen Auftrag für ihn und seine Frau Inge in Uganda habe. Sturz zog auch ein positives Fazit der Dorfweil-Tagung: Unter den Teilnehmern habe er „einen großen Hunger nach Erfahrungen mit dem Heiligen Geist“ festgestellt. Mit 160 Teilnehmern sei das Treffen ausgebucht gewesen. Die Nachfrage sei aber viel größer gewesen: „Wir hätten 200 und mehr Teilnehmer haben können.

Ähnlich äußerte sich auch das GGE-Vorstandsmitglied Pastor Stefan Vatter (Kempten): „Die Teilnehmer waren bewegt von der Frage, wie sie geistliches Leben erleben können. Viele waren dankbar für die Möglichkeit für sich Gebet in Anspruch nehmen zu können." Nach Vatters Worten hatte die Tagung auch eine starke seelsorgerliche Komponente. Eine aus Uganda stammende Beterin sei rund um die Uhr in seelsorgerlichen Gesprächen vertieft gewesen.

Die GGE tritt für eine geistliche Erneuerung ein, die aus fünf Quellen gespeist wird: durch das Wort Gottes, den Geist Gottes, geheiligter Nachfolge, Evangelisationen sowie durch erneuerte Führungskräfte. Die Arbeit der GGE wird darüber hinaus von einem etwa 1000-köpfigen Freundeskreis unterstützt.

Klaus Rösler