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Braunschweig - „Wir müssen nicht zurück zu den Vätern, sondern zurück zu dem Vater“. Davon ist Dr. Heinrich Christian Rust, Pastor der Braunschweiger Friedenskirche, überzeugt. Sonst könne es keine geistliche Erneuerung geben, meinte er vor rund 700 Dauerteilnehmern der Leiterschaftskonferenz der Geistlichen Gemeindeerneuerung (GGE) im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden.

Die Konferenz fand in seiner Gemeinde in Braunschweig statt.  Alle erneuernde Kraft liege im glaubenden Bekenntnis zu Jesus Christus, in dem Gott erkennbar sei. Rust skizzierte, was für eine gute Entwicklung der Gemeinden seiner Freikirche in Zukunft nötig sei. Wichtig sei vor allem ihre Vernetzungskompetenz. So sei es vielerorts sinnvoll, wenn sich die kleinen freikirchlichen Gemeinden und Gruppierungen unabhängig von ihrer Denomination zusammenschließen zu einer evangelischen Freikirche. Wörtlich sagte Rust: „Alle, die Jesus Christus nachfolgen, gehören zusammen, egal, aus welchem Gesangbuch sie singen.“

An der Konferenz, die vom 26. bis 29. Januar unter dem Thema „Geistesgegenwärtig führen“, stattfand, nahmen auch leitende Mitarbeiter des Bundes teil, unter anderem Friedbert Neese und Christoph Stiba von der Bundesgeschäftsführung. Generalsekretärin Regina Claas (Elstal) sagte in einem Grußwort: „Ich glaube, dass dies eine wichtige Konferenz für unseren Bund ist.“ Sie wies auf die inhaltlichen Impulse hin, die von der Geistlichen Gemeindeerneuerung ausgingen.

Einer der Hauptreferenten, der Schweizer Theologe David Zindel (Zizers), Leiter des Sozialwerks „Gott hilft“, machte deutlich, dass menschliches Handeln und göttliches Wirken immer ineinander greifen. Strategien und säkulare Fachleute seien unverzichtbar, aber alles müsse immer wieder im Licht des ewigen Gottes betrachtet werden. „Wer geistesgegenwärtig leiten will, geht in die Tiefe und wird auf diesem Weg in die Weite geführt“, so Zindel.

Orlando-BottenbleyDer niederländische Pastor Orlando Bottenbley (Drachten) riet Gemeindeleitern, Zeit und Energie vor allem in die Beziehungen zu Gemeindemitgliedern zu investieren. Diese spürten, ob es dem Pastor um sie als Menschen gehe oder nur darum, neue Mitarbeiter für die zahlreichen Aufgaben zu gewinnen. Bottenbley: „Das kostet Zeit und Kraft, aber es lohnt sich.“ Boddenbley berichtete zudem von seiner persönlichen Geschichte, die durch tiefe Krisen hindurch führte.

Für ein stärkeres Miteinander von Jung und Alt in christlichen Gemeinden plädierte der Jugendpastor im Gemeindejugendwerk Bayern, Jan Achtermann (Puchheim bei München). Leider gehe es beim Miteinander der Generationen in den Gemeinden häufiger um Stil als um das Ziel. Man diskutiere über Musik, Sprache oder Kleidung. Dabei zähle allein, dass die Sache Gottes in der Welt vorankomme. Gott wirke im Miteinander der Generationen. Alte und Junge seien gleichermaßen vom Geist Gottes erfüllt.

Vorbeugende Maßnahmen gegen das innere Ausbrennen von Mitarbeitern (Burnout) sollten zu den wichtigsten Anliegen jedes Arbeitgebers gehören. Das sagte der Vorsitzende der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge, Dr. Martin Grabe (Oberursel bei Frankfurt am Main), in einem weiteren Hauptvortrag. Mitarbeiter bräuchten das Gefühl, in einem vorgegebenen und verlässlichen Rahmen eigenständig Entscheidungen treffen und Prozesse steuern zu können. „Allerdings herrscht in immer mehr Berufen so großer Druck, dass es kaum möglich ist, darin gesund zu bleiben“, so Grabe. Das betreffe zunehmend auch christliche Gemeinden. Auch dort fühlten sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter immer öfter überfordert, so der Psychologe und Psychotherapeut.

Neben den Hauptreferaten wurde das Thema in morgendlichen Bibelarbeiten vertieft. Neben zahlreichen Workshops gab es erstmals einen ganzen Nachmittag mit der Möglichkeit der Gemeindeberatung. Die Angebote wurden von zahlreichen Teilnehmern, die teilweise als ganze Gemeindeleitung angereist waren, wahrgenommen. Pastor Stefan Vatter (Kempten) vom Leitungskreis der GGE sagte dazu gegenüber der GEMEINDE: „Es gibt einen Bedarf an geistlicher Zurüstung und Ermutigung. Teilnehmer finden hier einen Raum, sich anderen anzuvertrauen.“

Viele Teilnehmer zeigten sich begeistert von der Konferenz. So meinte Pastor Michael Borkowski, Leiter des Diakoniewerkes Kirchröder Turm (Hannover): „Die Liebe zu Jesus ist neu entfacht worden, und eine große Sehnsucht ist wieder geweckt worden, dass Gott unser Land mit seinem guten Geist erneuert.“ Der Leitungskreis der GGE war mit den Erfahrungen sehr zufrieden. So hieß es in einem ersten Fazit: „Zu sehen, wie Gott in diesen Tagen ermutigt und inspiriert hat, motiviert uns, im Jahr 2013 eine vierte Leiterschafts-Konferenz anzubieten“, so Stefan Vatter.

Thomas Seibert (02.02.11), www.die-gemeinde.org